Ahmad Yasin fiel das Ankommen schwer, als er 2016 aus Syrien nach Berlin kam. Alles war so fremd, die Menschen ganz anders. Aber dann begann Ahmad zu schwimmen.

Letztes Jahr fuhr unsere Autorin an Weihnachten per Mitfahrgelegenheit zu ihren Eltern. Neben ihr saß der 21-jährige Ahmad Yasin. Damals war er seit fast genau einem Jahr in Deutschland und hatte eine schwierige Zeit hinter sich. Aus dem syrischen Dorf in die deutsche Großstadt. Von der Großfamilie in die Flüchtlingsunterkunft. Er hatte einen Deutschkurs nach dem anderen besucht, eine Ausbildung zum IT-Systemelektroniker begonnen. Aber er fand einfach keinen Anschluss in Berlin. Die Deutschen seien kalt, sagte Ahmad damals.

Ein Jahr später denkt Ahmad anders. Das Gefühl, manche Menschen hier hätten Angst vor ihm, dem Syrer, ist aber geblieben. Und auch seine Angst, etwas falsch zu machen.

Zunächst möchte Ahmad in Berlin bleiben. Er hat ein Visum über mehrere Jahre erhalten. Irgendwann nach Syrien zurückzukehren, wenn dort Frieden herrscht, kann er sich vorstellen.

Autorinnen: Franziska Hoppen und Johanna Kleibl
Kamera: Arne Janssen
Schnitt: Richard Marx