Als ich kam, hatte ich nicht vor, zu bleiben. Ich hatte die Grippe, Liebeskummer und Heimweh. In diesem Zustand fuhr ich von einer WG-Besichtigung zur nächsten – fest entschlossen, alles scheiße zu finden. Dennoch waren alle Berliner:innen nett zur mir. Bei dem Gedanken, in dieser Stadt bleiben zu müssen, fing ich mitten in der U-Bahn an zu heulen. Da reichte mir meine Sitznachbarin ihre Packung Taschentücher. Ich musste es einsehen: Eine Stadt, die dich aufnimmt, ohne dass du sie darum gebeten hast, kann kein schlechter Ort sein. Jedes Mal, wenn ich mich seither von der Stadt trennen wollte, eroberte sie mich zurück.

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